babel

eine literarische Spurensuche
Kölner Migration / von Marco Hasenkopf

0.4

Skizze 1. Fassung

In einer Kleinstadt, fast schon einem Dorf, im Hessischen wächst sie auf. Es könnte auch jeder andere Landstrich in Deutschland oder einem anderen europäischen Land sein. Mit den üblichen Schwierigkeiten der Adoleszenz wird sie erwachsen: Sie muss sich gegen einen Bruder durchsetzen, rebelliert gegen eine strenge Erziehung, kann das scheinheilige Gerede im Gottesdienst nicht mehr hören. Aber im Grunde ist alles so wie bei den übrigen Bewohnern im Dorf. Sie macht eine Ausbildung, lernt einen Mann aus dem Nachbardorf kennen, heiratet ihn und bekommt zwei Kinder. Ihre Biografie ist ähnlich wie die ihrer Mutter. Doch dann irgendwann wird die Provinz zu eng. Das Leben bleibt unerfüllt und leer. Sie fühlt sich unglücklich. Und dann wagt sie einen mutigen Schritt: Sie lässt sich scheiden, zieht in die Großstadt und beginnt dort ein Studium, dass sie auch erfolgreich abschließt. Sie möchte noch lange in der Großstadt wohnen bleiben. Aber sie sieht ihre gegenwärtige Lage nicht als endgültig angekommen an, sondern eher als Zwischenstation. Mal sehen, wohin sie das Leben noch bringt wird.